Mittwoch, 26. November 2008

Vorbei!




Unsere Schule verfügt jetzt über einen vorbildlichen Feuerschutz: kahle, verschmutzte Wände in den Fluren; provisorische Rigips-Wände; Raumtrennungen, die als Fluchtwege deklariert werden, und allerorts Schilder, auf denen steht: Diese Tür bitte immer geschlossen halten. Dafür haben wir aufgegeben: Infobretter mit aktuellen Zeitungsausschnitten, Fotoaushänge über AGs, Projekte, Reisen und Veranstaltungen, Kunstobjekte, die einen staunen ließen, und die Möglichkeit, schnell und unbürokratisch per Zettel Nachrichten weiterzugeben. All diese papiernen Objekte könnten Feuer fangen (oder angezündet werden) und auf den deklarierten Fluchtwegen verheerende Forlgen haben.
Ja, das muss dann wohl so sein! Aber es ist irgendwie auch ganz furchtbar, wie durch Bürokratisierung der Lebensraum Schule zwangsverödet. Wir schaffen jetzt Klemmrahmen an, um alles hinter (Plexi-)Glas zu sichern. Mal sehen, wie das im Endeffekt aussieht! Bleiben die Klassenräume, in denen alles so bleiben kann, wie es ist. Das sollte man dann auch weidlich ausnutzen. Her mit den Lernplakaten, Fotos vom Wandertag, Geburtstagskalendern und Fußballpostern! Und wehe, jemand treibt damit Unfug!

Kommentare:

Bernd Michael hat gesagt…

ein fanatiker des brandschutzes ist in neukölln unterwegs.
hat irgendjemand einmal den bildenden wert von ausgestellten schülerarbeiten mit ihm erörtert?
ist ihm jemals die ästhetische seite bewusst gestalteter informationstafeln und schwarzer bretter erläutert worden?
wer bezahlt eigentlich die durch brandschutzmaßnahmen entstehenden schäden und daraus resultierenden baumaßnahmen und reparaturen?

bronislava hat gesagt…

Das ist alles richtig, aber: Was wenn wirklich einmal etwas passiert?
Der Fanatiker des Brandschutzes wäre ins Recht, alle anderen, die Kritiker, alle die vor dem Feuer Verantwortung getragen haben, ins Unrecht gesetzt.
Dass die Kosten für den Brandschutz von der Pädagogik - im eigentlichen wie im übertragenen Sinne - getragen werden müssen: erbärmlich und lachhaft.